Integrationsansatz Eine wichtige Grundlage des Konzeptes ist der integrierende Ansatz. Die Mobilitätsplanung ist nur ein Teilprozess der kommunalen, regionalen und nationalen Planung und Abläufe. Eine isolierte Betrachtung wäre daher nicht ziel - führend. Viele andere Belange, Entwicklungen und Planungen in Nürtingen oder im regionalen und landesweiten Umfeld müssen berücksichtigt werden. Daher ist ein umfassender integrierender Ansatz eine wichtige Anforderung an den Planungsablauf und das Konzept ( Integriertes Mobilitätskonzept). Die Integration findet dabei unter anderem auf folgenden Planungs- und Beteiligungsebenen statt:
Präsentation  Öffentlichkeitsinformation am 18.07.2022 Stadthalle Nürtingen

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SSP Consult, Beratende Ingenieure GmbH Andreas Schütz Telefon 0711 90698 - 50
Stadt Nürtingen Thorsten Wriske Telefon 07022 75 - 438
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Förderung Die Konzepterstellung wird durch das Land Baden-Württemberg im Rahmen der Förderung qualifizierter Fachkonzepte zur Förderung nachhaltiger Mobilität in Baden-Württemberg gefördert.
Vertiefungsschwerpunkte Radverkehr und Querungssituation für Fußgänger Mit der Erstellung des Integrierten Mobilitätskonzeptes wird auch der Radverkehr und die Querungssitua- tion für Fußgänger genauer betrachtet. Die Fortschreibung des Integrierten Verkehrskonzeptes 2005 bein- haltet somit auch eine Fortschreibung des aktuellen Radwegekonzeptes aus dem Jahre 2012.
Nächste Schritte: Befragung der Öffentlichkeit zu Problemen und Ideen im Bereich Mobilität (Ab Anfang Dezember 2022) Bürgerworkshop „Ziele und Leitbild“ (Ende Januar 2023) Befragung zum Verkehrsverhalten (Februar 2023)
Nach Abschluss der Phase 1 befindet wir uns zurzeit in der Phase 2 „Was haben wir“. Es erfolgen die Aufnahme der Verkehrsinfrastruktur sowie die Erhebung von Radverkehrsmengen. Im August und September erfolgt die Kontakt - aufnahme zu Nachbarräumen und Experten. Aktuell werden zudem die (Online-)Befragungen für die Bürgerinnen und Bürger und der erste Workshop vorbereitet. Am 18. Juli 2022 fand in der Stadthalle Nürtingen zudem eine erste Informationsveranstaltung statt, in der das Ar - beitsprogramm vorgestellt wurde. Hierbei konnten auch Anregungen aufgenommen werden. Ideen waren beispiels - weise ein Sharing-Angebot für Lastenräder, ein Lastenrad-Lieferdienst, Logistik-Hubs am Stadtrand und dadurch Verbesserungen der Lieferkette (nachhaltigere Verkehrsmittel) in die Innenstadt, oder die Einbindung der Wirtschaft in die Umsetzung von Maßnahmen. Gefordert wurde eine weitergehende Entlastung der Wohngebiete vom Schwer - lastverkehr und eine Reduzierung der Verkehrsmengen in der Altstadt. Für eine gute Resonanz im Beteiligungspro - zess wurde eine intensive Werbung für den Planungsprozess im Zuge der Konzepterstellung angeregt. Die Präsentation zu diesem Termin kann hier heruntergeladen werden.

Zeitschiene und aktueller Stand

Sektrorale Integration
Integration anderer Fachplanungen und gesetzlich vorgegebener Planungen. Abstimmung mit dem Klima - schutz (Klimaschutzkonzept Nürtingen), dem Gesundheitsschutz, der Finanzplanung und anderen Fachpla - nungsgebieten in Nürtingen. Dabei auch Berücksichtigung anderer kommunaler Belange (z. B. Anforderun - gen an den Wirtschaftsstandort oder den Hochwasserschutz).
Vertikale Integration
Berücksichtigung übergeordneter Fachplanungen, z. B. Bundesverkehrswegeplan, Landesverkehrsplan/- programm, Regionalverkehrsplan, Flächennutzungsplan.
Horizontale Integration
Abstimmung mit Fachplanungen benachbarter Räume. Hierbei auch Berücksichtigung wichtiger regionaler Projekte und Entwicklungen (z. B. Stuttgart 21 und S-Bahn-Halt Nürtingen).
Maßnahmenintegration
Aufnahme und Neubewertung der noch offenen Maßnahmen aus dem Integrierten Verkehrskonzept 2005 und anderen aktuellen Konzepten.
Modale Integration
Integration aller Teilsysteme (MIV, ÖV, SPNV, Fahrrad, Zufußgehen, alternative Mobilitätsangebote).
Ursachenintegration
Gründe für Mobilität und Verkehrsverhalten. Raumanalyse. Betrachtung von Wegezwecken im Personen- und Wirtschafts- bzw. Güterverkehr.
Zeitliche Integration
Kontinuierliche Datenaufnahme und Prüfung der Wirkung von Maßnahmen. Kontinuierliche Prüfung, ob Fortschreibung der Konzeption erforderlich wird.
Integration der Öffentlichkeit
Systematische Beteiligung u.a. von Bürgerinnen und Bürgern, Interessengruppen und Anbietern/Akteuren im Bereich Mobilität (Stakeholder).
Soziale Integration
Berücksichtigung der verschiedenen sozialen Gruppen, z. B. Ältere, Kinder, Familien, sozial Schwächere oder mobilitätseingeschränkte Personen (Gehbehinderte, Personen mit Kinderwagen).
In der Phase 1 („Wo knüpfen wir an“) werden vorliegende Vorgängeruntersuchungen und aktuelle Planungen (zum Beispiel das neue Quartier „Bahnstadt“) in Nürtingen ausgewertet, zusammengeführt und in die Bearbeitung des Mobilitätskonzeptes integriert. Hierbei wird beispielsweise auch geprüft, welche Maßnahmen des Integrierten Ver - kehrskonzeptes 2005 noch offen sind und in die Fortschreibung zur Prüfung aufgenommen werden müssen. Als Vorbereitung für den Beteiligungsprozess werden relevante Akteure, Interessengruppen und Experten zur Mitar - beit in der Konzepterstellung eingeladen. Hierbei werden zum Beispiel auch die Schulen eingebunden. Da die Mobili - tät nicht an den Gemarkungsgrenzen endet, wird daher auch zu den Nachbarkommunen Kontakt aufgenommen, um einen Austausch und eine Abstimmung zu ermöglichen. In der Phase 2 („Was haben wir“) wird die heutige Verkehrsinfrastruktur, wie das Straßennetz, die Haltestellen des ÖPNV, die Radwege und Radabstellanlagen, die Car-Sharing-Angebote oder die vorhandenen Ladesäulen aufgenom - men. Es erfolgen Befahrungen mit dem Kraftfahrzeug, dem Fahrrad und Begehungen zu Fuß, um den Planungsraum möglichst aus allen Blickwinkeln zu erfassen. Hierbei werden auch beispielsweise größere Unternehmen eingebun - den und abgefragt, ob hier bereits ein firmeneigenes Mobilitätskonzept existiert (z. B. Jobticket-Angebot). Bei der Aufnahme der Verkehrsinfrastruktur werden auch Qualitätsmerkmale (z. B. Haltestellenzustand) und Problem - punkte aus fachlicher Sicht erfasst. Durch die Analyse der Stadtstruktur und wichtiger Ziele in Nürtingen (Wohngebiete, Gewerbegebiete, Bildungsstand - orte, usw.) sollen die Mobilitätsbedarfe und Verkehrsursachen näher beleuchtet werden. Die zukünftigen strukturellen Rahmenbedingungen der Mobilität, wie beispielsweise die Bevölkerungs- und Wirt - schaftsentwicklung, Entwicklung der Schülerzahlen, das Mobilitätsverhalten, die technologischen Entwicklungen oder die regionalen Veränderungen werden abgeschätzt. Hierbei werden verschiedene Entwicklungsszenarien be - trachtet (unterschiedliche Entwicklungspfade der einzelnen Kenngrößen). In der Phase 3 („Wo wollen wir hin“) werden bestehende Planungsziele in Nürtingen geprüft und neue Ziele für eine zukünftige Mobilität im Jahre 2030/2035 festgelegt und zu einem Leitbild zusammengefasst. Auf Grundlage dieser Ziele werden die aufgenommene Infrastruktur und Rahmenbedingungen in der Phase 4 („Was hindert uns“) kritisch bewertet. Es werden Schwächen und Probleme identifiziert, die eine Zielerreichung erschwe - ren oder verhindern. Aber auch Stärken in Nürtingen, die eine Zieleerreichung schon heute begünstigen, sollen ge - funden werden. Entsprechend der erfassten Probleme wird der Handlungsbedarf für die jeweiligen Verkehrsmittel und Wirkungsbereiche (z. B. Radverkehr, Luftreinhaltung, Lärmschutz, usw.) abgeleitet. In der Phase 5 („Was müssen wir tun, wie kommen wir zum Ziel“) werden dann entsprechend des Handlungsbe - darfs Maßnahmen für den Planungsraum Nürtingen entwickelt, welche die Stärken aufgreifen und die Probleme be - heben sollen. Das Mobilitätskonzept ist dabei als Rahmenkonzeption zu verstehen. Detailplanungen erfolgen im An - schluss an die Fertigstellung des Konzeptes. Die Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer möglichen Wirkungen, Syn - ergien und Konflikte mit anderen Maßnahmen bewertet und mit Prioritäten versehen, so dass ein detaillierter Um - setzungsfahrplan (was muss bis wann getan werden) erarbeitet werden kann. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie eine kontinuierliche Wirkungskontrolle erfolgen kann, um frühzeitig den Bedarf von notwendigen Anpassungen im Konzept während der Realisierung zu erkennen.
Verkehr soll nicht mehr nur bewältigt, sondern, soweit wie möglich, nachhaltig und zielorientiert gestaltet und als Mobilität in der Gesamtheit verstanden werden.
Die Anforderungen an den Umwelt- und Gesundheitsschutz, die Sicherung und Erhöhung der Lebensqualität für zukünftige Generationen erfordern einen Wandel im Bereich der Mobilität!

Ablauf

Die Erstellung des Mobilitätskonzeptes erfolgt durch die SSP Consult, Beratende Ingenieure GmbH aus Stuttgart in einem mehrstufigen Prozess. Die einzelnen Projektphasen widmen sich hierbei, vereinfacht zusammengefasst, fol- genden Leitfragen:
Phase 1: Wo knüpfen wir an? (Vororientierung) Phase 2: Was haben wir? (Heutige Ausgangssituation und mögliche zukünftige Entwicklung) Phase 3: Wo wollen wir hin? (Festlegen von Zielen und eines Leitbildes) Phase 4: Was hindert uns die Ziele zu erreichen? (Analyse/Bewertung der Bestandssituation) Phase 5: Was müssen wir tun, wie kommen wir zum Ziel? (Maßnahmen, Umsetzung und Wirkungskontrolle)
Seit der Erstellung des Integrierten Verkehrskonzeptes Nürtingen 2005 haben sich die Rahmenbedingungen und An - forderungen an die Planung folglich deutlich verändert. Durch die Zunahme der Wohnbevölkerung, Arbeitsplätze und Berufspendler haben die Kraftfahrzeugverkehrsmengen und Verkehrsemissionen in den letzten Jahren zudem nicht wie erforderlich ab-, sondern weiter zugenommen. Die Anforderungen an die Mobilität der Zukunft machen daher eine Neubewertung von bisherigen Planungszielen und Maßnahmen und damit eine Fortschreibung des Integrierten Verkehrskonzepts Nürtingen 2005 mit Überfüh - rung in ein Integriertes Mobilitätskonzept 2035 dringend erforderlich. Das Mobilitätskonzept soll Bausteine im Bereich Mobilität und Verkehr zur Verfügung stellen, welche einzeln oder miteinander kombiniert als Teil der gesamtstädtischen Planung diesen Mobilitätswandel in Nürtingen bewirken und somit einen Beitrag für eine nachhaltigere Mobilität der Zukunft leisten können. Hierdurch sollen auch die Attraktivi - tät Nürtingens als Wohn-, Wirtschafts- und Bildungsstandort weiter verbessert und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität für zukünftige Generationen geleistet werden.

Hintergrund

Die Mobilität ermöglicht die Erfüllung wichtiger Grundbedürfnisse des Menschen, wie die Versorgung, Beschäfti - gung, Bildung, Erholung und damit die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Sie ist Grundlage und Aus - druck einer funktionierenden arbeitsteiligen Volkswirtschaft, in der Wohnen und Arbeiten heute meist räumlich ge - trennt sind. Neben diesen Vorteilen hat insbesondere der aus der Mobilität resultierende Verkehr jedoch auch ökologische, so - ziale und ökonomische Belastungen und Schäden zur Folge. Diese Folgewirkungen führen dann zu einer Verminde - rung der Lebensqualität für viele und bergen die Gefahr, die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen nachhaltig zu schädigen. Deutlich wird dies unter anderem an der heute in den Fokus gerückten Problematik in den Bereichen Luftreinhaltung, Lärmbelastung und Klima. Drängende Erfordernisse im Gesundheits- und Umweltschutz sowie ein geändertes Mobilitätsverhalten erfordern somit eine neue Sichtweise auf den kommunalen Baustein „Mobilität und Verkehr“.
Die Erreichung des notwendigen Wandels kann nur durch gemeinsame Anstrengung aller am Verkehr Betei- ligten und durch ein geändertes Mobilitätsbewusstsein erfolgen. Der Information und Beteiligung von Politik, Verwaltung, Öffentlichkeit und Betroffenen kommt heute ein sehr hoher Stellenwert zu. Die erfolgreiche Umsetzung und die größtmögliche Entfaltung der gewünschten Wirkungen ist nur möglich, wenn das Konzept auf einem breiten Konsens bei den Entscheidungsträgern, den Anbietern und insbesondere den Nutzern (Bürgerinnen und Bürger) fußt. Hiervon hängt die Akzeptanz von und das Verständnis für die Maßnahmen ab. Für die Umsetzung benötigt das Konzept am Ende der Bearbeitung die Zustimmung des Gemeinderates. Die Lokalpolitik wird daher durch Vertreter der Fraktionen den gesamten Planungsprozess in der Lenkungs- gruppe begleiten. Diese tagt regelmäßig und bewertet fortlaufend die Ergebnisse und geplanten Arbeits- schritte. Die in der Phase 1 identifizierten Akteure (z. B. Mobilitätsanbieter, Firmen, Schulen, Regionalpolitik) und In- teressengruppen (z. B. Behindertenvertretungen, Seniorenvertretungen, Radverkehrsgruppen) werden in al- len weiteren Projektphasen (Leitbild, Problemanalyse, Maßnahmen) durch Experteninterviews beteiligt. Insbesondere die Bürgerinnen und Bürger sollen eng in den Planungsprozess eingebunden werden. In der Phase 2 erfolgen zwei (Online-)Befragungen zu Problemen und Stärken sowie dem Verkehrsverhalten. Für die Phase 3 (Leitbild) und die Phase 5 (Maßnahmen) ist ein Bürgerworkshop vorgesehen. Für die Phase 5 ist zudem eine Online-Präsentation zur Vorstellung der Maßnahmen vorgesehen, die auch eine Bewertung und Kommentierung der Maßnahmen ermöglicht. Abschließend wird das Konzept der Öffentlichkeit in einer Informationsveranstaltung vorgestellt.

Beteiligung

Integriertes Mobilitätskonzept Nürtingen 2035
Stand der Informationen: 08. August 2022
Impressum
Integrationsansatz Eine wichtige Grundlage des Konzeptes ist der integrierende Ansatz. Die Mobilitätspla - nung ist nur ein Teilprozess der kommunalen, regionalen und nationalen Planung und Ab - läufe. Eine isolierte Betrachtung wäre daher nicht zielführend. Viele andere Belange, Ent - wicklungen und Planungen in Nürtingen oder im regionalen und landesweiten Umfeld müs - sen berücksichtigt werden. Daher ist ein um - fassender integrierender Ansatz eine wichtige Anforderung an den Planungsablauf und das Konzept ( Integriertes Mobilitätskonzept). Die Integration findet dabei unter anderem auf folgenden Planungs- und Beteiligungsebe - nen statt:
Vertiefungsschwerpunkte Radverkehr und Querungssituation für Fußgänger Mit der Erstellung des Integrierten Mobilitäts - konzeptes wird auch der Radverkehr und die Querungssituation für Fußgänger genauer be - trachtet. Die Fortschreibung des Integrierten Verkehrskonzeptes 2005 beinhaltet somit auch eine Fortschreibung des aktuellen Rad - wegekonzeptes aus dem Jahre 2012.
Förderung Die Konzepterstellung wird durch das Land Baden-Württemberg im Rahmen der Förde - rung qualifizierter Fachkonzepte zur Förde - rung nachhaltiger Mobilität in Baden-Württem - berg gefördert.

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Integriertes Mobilitätskonzept Nürtingen 2035

Hintergrund

Die Mobilität ermöglicht die Erfüllung wichti - ger Grundbedürfnisse des Menschen, wie die Versorgung, Beschäftigung, Bildung, Erholung und damit die aktive Teilnahme am gesell - schaftlichen Leben. Sie ist Grundlage und Ausdruck einer funktionierenden arbeitsteili - gen Volkswirtschaft, in der Wohnen und Ar - beiten heute meist räumlich getrennt sind. Neben diesen Vorteilen hat insbesondere der aus der Mobilität resultierende Verkehr jedoch auch ökologische, soziale und ökonomische Belastungen und Schäden zur Folge. Diese Folgewirkungen führen dann zu einer Vermin - derung der Lebensqualität für viele und ber - gen die Gefahr, die Lebensgrundlage zukünfti - ger Generationen nachhaltig zu schädigen. Deutlich wird dies unter anderem an der heute in den Fokus gerückten Problematik in den Bereichen Luftreinhaltung, Lärmbelastung und Klima. Drängende Erfordernisse im Gesundheits- und Umweltschutz sowie ein geändertes Mo - bilitätsverhalten erfordern somit eine neue Sichtweise auf den kommunalen Baustein „Mobilität und Verkehr“.
Verkehr soll nicht mehr nur bewältigt, son- dern, soweit wie möglich, nachhaltig und zie- lorientiert gestaltet und als Mobilität in der Gesamtheit verstanden werden.
Die Anforderungen an den Umwelt- und Ge- sundheitsschutz, die Sicherung und Erhö- hung der Lebensqualität für zukünftige Ge- nerationen erfordern einen Wandel im Be- reich der Mobilität!
Seit der Erstellung des Integrierten Verkehrs - konzeptes Nürtingen 2005 haben sich die Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Planung folglich deutlich verändert. Durch die Zunahme der Wohnbevölkerung, Ar - beitsplätze und Berufspendler haben die Kraftfahrzeugverkehrsmengen und Verkehrse - missionen in den letzten Jahren zudem nicht wie erforderlich ab-, sondern weiter zugenom - men. Die Anforderungen an die Mobilität der Zu - kunft machen daher eine Neubewertung von bisherigen Planungszielen und Maßnahmen und damit eine Fortschreibung des Integrier - ten Verkehrskonzepts Nürtingen 2005 mit Überführung in ein Integriertes Mobilitätskon - zept 2035 dringend erforderlich. Das Mobilitätskonzept soll Bausteine im Be - reich Mobilität und Verkehr zur Verfügung stellen, welche einzeln oder miteinander kom - biniert als Teil der gesamtstädtischen Pla - nung diesen Mobilitätswandel in Nürtingen bewirken und somit einen Beitrag für eine nachhaltigere Mobilität der Zukunft leisten können. Hierdurch sollen auch die Attraktivi - tät Nürtingens als Wohn-, Wirtschafts- und Bildungsstandort weiter verbessert und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Lebensquali - tät für zukünftige Generationen geleistet wer - den.

Ablauf

Die Erstellung des Mobilitätskonzeptes er - folgt durch die SSP Consult, Beratende Inge - nieure GmbH aus Stuttgart in einem mehrstu - figen Prozess. Die einzelnen Projektphasen widmen sich hierbei, vereinfacht zusammen - gefasst, folgenden Leitfragen:
Phase 1: Wo knüpfen wir an? (Vororientie- rung) Phase 2: Was haben wir? (Heutige Ausgangs- situation und mögliche zukünftige Entwick- lung) Phase 3: Wo wollen wir hin? (Festlegen von Zielen und eines Leitbildes) Phase 4: Was hindert uns die Ziele zu errei- chen? (Analyse/Bewertung der Bestandssi- tuation) Phase 5: Was müssen wir tun, wie kommen wir zum Ziel? (Maßnahmen, Umsetzung und Wirkungskontrolle)
In der Phase 1 („Wo knüpfen wir an“) werden vorliegende Vorgängeruntersuchungen und aktuelle Planungen (zum Beispiel das neue Quartier „Bahnstadt“) in Nürtingen ausgewer - tet, zusammengeführt und in die Bearbeitung des Mobilitätskonzeptes integriert. Hierbei wird beispielsweise auch geprüft, welche Maßnahmen des Integrierten Verkehrskon - zeptes 2005 noch offen sind und in die Fort - schreibung zur Prüfung aufgenommen wer - den müssen. Als Vorbereitung für den Beteiligungsprozess werden relevante Akteure, Interessengruppen und Experten zur Mitarbeit in der Konzepter - stellung eingeladen. Hierbei werden zum Bei - spiel auch die Schulen eingebunden. Da die Mobilität nicht an den Gemarkungsgrenzen endet, wird daher auch zu den Nachbarkom - munen Kontakt aufgenommen, um einen Aus - tausch und eine Abstimmung zu ermöglichen. In der Phase 2 („Was haben wir“) wird die heutige Verkehrsinfrastruktur, wie das Stra - ßennetz, die Haltestellen des ÖPNV, die Rad - wege und Radabstellanlagen, die Car-Sharing- Angebote oder die vorhandenen Ladesäulen aufgenommen. Es erfolgen Befahrungen mit dem Kraftfahrzeug, dem Fahrrad und Bege - hungen zu Fuß, um den Planungsraum mög - lichst aus allen Blickwinkeln zu erfassen. Hierbei werden auch beispielsweise größere Unternehmen eingebunden und abgefragt, ob hier bereits ein firmeneigenes Mobilitätskon - zept existiert (z. B. Jobticket-Angebot). Bei der Aufnahme der Verkehrsinfrastruktur wer - den auch Qualitätsmerkmale (z. B. Haltestel - lenzustand) und Problempunkte aus fachli - cher Sicht erfasst. Durch die Analyse der Stadtstruktur und wich - tiger Ziele in Nürtingen (Wohngebiete, Gewer - begebiete, Bildungsstandorte, usw.) sollen die Mobilitätsbedarfe und Verkehrsursachen - her beleuchtet werden. Die zukünftigen strukturellen Rahmenbedin - gungen der Mobilität, wie beispielsweise die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung, Entwicklung der Schülerzahlen, das Mobili - tätsverhalten, die technologischen Entwick - lungen oder die regionalen Veränderungen werden abgeschätzt. Hierbei werden ver - schiedene Entwicklungsszenarien betrachtet (unterschiedliche Entwicklungspfade der ein - zelnen Kenngrößen). In der Phase 3 („Wo wollen wir hin“) werden bestehende Planungsziele in Nürtingen ge - prüft und neue Ziele für eine zukünftige Mobi - lität im Jahre 2030/2035 festgelegt und zu ei - nem Leitbild zusammengefasst. Auf Grundlage dieser Ziele werden die aufge - nommene Infrastruktur und Rahmenbedin - gungen in der Phase 4 („Was hindert uns“) kritisch bewertet. Es werden Schwächen und Probleme identifiziert, die eine Zielerreichung erschweren oder verhindern. Aber auch Stär - ken in Nürtingen, die eine Zieleerreichung schon heute begünstigen, sollen gefunden werden. Entsprechend der erfassten Pro - bleme wird der Handlungsbedarf für die je - weiligen Verkehrsmittel und Wirkungsberei - che (z. B. Radverkehr, Luftreinhaltung, Lärm - schutz, usw.) abgeleitet. In der Phase 5 („Was müssen wir tun, wie kommen wir zum Ziel“) werden dann entspre - chend des Handlungsbedarfs Maßnahmen für den Planungsraum Nürtingen entwickelt, welche die Stärken aufgreifen und die Pro - bleme beheben sollen. Das Mobilitätskonzept ist dabei als Rahmenkonzeption zu verstehen. Detailplanungen erfolgen im Anschluss an die Fertigstellung des Konzeptes. Die Maßnah - men werden hinsichtlich ihrer möglichen Wir - kungen, Synergien und Konflikte mit anderen Maßnahmen bewertet und mit Prioritäten ver - sehen, so dass ein detaillierter Umsetzungs - fahrplan (was muss bis wann getan werden) erarbeitet werden kann. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie eine kontinuierliche Wirkungskontrolle erfolgen kann, um frühzeitig den Bedarf von notwendi - gen Anpassungen im Konzept während der Realisierung zu erkennen.
Sektorale Integration
Integration anderer Fachplanungen und ge - setzlich vorgegebener Planungen. Abstim - mung mit dem Klimaschutz (Klimaschutz - konzept Nürtingen), dem Gesundheitsschutz, der Finanzplanung und anderen Fachpla - nungsgebieten in Nürtingen. Dabei auch Be - rücksichtigung anderer kommunaler Belange (z. B. Anforderungen an den Wirtschafts- standort oder den Hochwasserschutz).
Vertikale Integration
Berücksichtigung übergeordneter Fachpla - nungen, z. B. Bundesverkehrswegeplan, Lan - desverkehrsplan, Regionalverkehrsplan, Flä- chennutzungsplan.
Horizontale Integration
Abstimmung mit Fachplanungen benachbar - ter Räume. Berücksichtigung von Koopera- tionen.
Maßnahmenintegration
Aufnahme und Neubewertung der noch offe - nen Maßnahmen aus dem Integrierten Ver - kehrskonzept 2005 und anderen aktuellen Konzepten.
Modale Integration
Integration aller Teilsysteme (MIV, ÖV, SPNV, Fahrrad, Zufußgehen, alternative Mobilitäts- angebote).
Ursachenintegration
Gründe für Mobilität und Verkehrsverhalten. Raumanalyse. Betrachtung von Wegezwe - cken im Personen- und Wirtschafts- bzw. - terverkehr.
Zeitliche Integration
Kontinuierliche Datenaufnahme und Prüfung der Wirkung von Maßnahmen. Kontinuierli - che Prüfung, ob Fortschreibung der Konzep - tion erforderlich wird.
Integration der Öffentlichkeit
Systematische Beteiligung u.a. von Bürgerin - nen und Bürgern, Interessengruppen und An - bietern/Akteuren im Bereich Mobilität (Stake- holder).
Soziale Integration
Berücksichtigung der verschiedenen sozialen Gruppen, z. B. Ältere, Kinder, Familien, sozial Schwächere oder mobilitätseingeschränkte Personen (Gehbehinderte, Personen mit Kin - derwagen).
Die Erreichung des notwendigen Wandels kann nur durch gemeinsame Anstrengung aller am Verkehr Beteiligten und durch ein geändertes Mobilitätsbewusstsein erfolgen. Der Information und Beteiligung von Politik, Verwaltung, Öffentlichkeit und Betroffenen kommt heute ein sehr hoher Stellenwert zu. Die erfolgreiche Umsetzung und die größtmög - liche Entfaltung der gewünschten Wirkungen ist nur möglich, wenn das Konzept auf einem breiten Konsens bei den Entscheidungsträ - gern, den Anbietern und insbesondere den Nut - zern (Bürgerinnen und Bürger) fußt. Hiervon hängt die Akzeptanz von und das Verständnis für die Maßnahmen ab. Für die Umsetzung benötigt das Konzept am Ende der Bearbeitung die Zustimmung des Ge - meinderates. Die Lokalpolitik wird daher durch Vertreter der Fraktionen den gesamten Pla - nungsprozess in der Lenkungsgruppe beglei - ten. Diese tagt regelmäßig und bewertet fort - laufend die Ergebnisse und geplanten Arbeits - schritte. Die in der Phase 1 identifizierten Akteure (z. B. Mobilitätsanbieter, Firmen, Schulen, Regional - politik) und Interessengruppen (z. B. Behinder - tenvertretungen, Seniorenvertretungen, Rad - verkehrsgruppen) werden in allen weiteren Pro - jektphasen (Leitbild, Problemanalyse, Maßnah - men) durch Experteninterviews beteiligt. Insbesondere die Bürgerinnen und Bürger sol - len eng in den Planungsprozess eingebunden werden. In der Phase 2 erfolgen zwei (Online- )Befragungen zu Problemen und Stärken so - wie dem Verkehrsverhalten. Für die Phase 3 (Leitbild) und die Phase 5 (Maßnahmen) ist ein Bürgerworkshop vorgesehen. Für die Phase 5 ist zudem eine Online-Präsentation zur Vorstel - lung der Maßnahmen vorgesehen, die auch eine Bewertung und Kommentierung der Maß - nahmen ermöglicht. Abschließend wird das Konzept der Öffentlichkeit in einer Informati - onsveranstaltung vorgestellt.

Beteiligung

Nächste Schritte: Befragung der Öffentlichkeit zu Problemen und Ideen im Bereich Mobilität (Ab Anfang Dezember 2022) Bürgerworkshop „Ziele und Leitbild“ (Ende Januar 2023) Befragung zum Verkehrsverhalten (Februar 2023)
Nach Abschluss der Phase 1 befindet wir uns zurzeit in der Phase 2 „Was haben wir“. Es er - folgen die Aufnahme der Verkehrsinfrastruk - tur sowie die Erhebung von Radverkehrsmen - gen. Im August und September erfolgt die Kontaktaufnahme zu Nachbarräumen und Ex - perten. Aktuell werden zudem die (Online-)Be - fragungen für die Bürgerinnen und Bürger und der erste Workshop vorbereitet. Am 18. Juli 2022 fand in der Stadthalle Nür - tingen zudem eine erste Informationsveran - staltung statt, in der das Arbeitsprogramm vorgestellt wurde. Hierbei konnten auch Anre - gungen aufgenommen werden. Ideen waren beispielsweise ein Sharing-Angebot für Las - tenräder, ein Lastenrad-Lieferdienst, Logistik- Hubs am Stadtrand und dadurch Verbesse - rungen der Lieferkette (nachhaltigere Ver - kehrsmittel) in die Innenstadt, oder die Einbin - dung der Wirtschaft in die Umsetzung von Maßnahmen. Gefordert wurde eine weiterge - hende Entlastung der Wohngebiete vom Schwerlastverkehr und eine Reduzierung der Verkehrsmengen in der Altstadt. Für eine gute Resonanz im Beteiligungsprozess wurde eine intensive Werbung für den Planungsprozess im Zuge der Konzepterstellung angeregt. Die Präsentation zu diesem Termin kann hier heruntergeladen werden.

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